TRES MUNDOS EN UNO

Drei Welten in Einer
Die kulturelle Blüte der spanischen Musik im hohen und späten Mittelalter ist der Koexistenz und dem Austausch der verschiedenen Musikkulturen und Religionen auf der iberischen Halbinsel zu verdanken. Trotz der Kämpfe der „Rückeroberung“ der christlichen gegen die arabischen Machthaber auf politischer Ebene spielten gerade im hohen Mittelalter arabische Musiker an christlichen Höfen und lernten christliche Musiker an arabischen Musikschulen oder kopierten arabische Instrumente.
Ein Paradebeispiel dafür ist der Hof von Alfonso X. von Kastilien, „dem Weisen“, der in seiner Übersetzerschule arabische und hebräische Texte übersetzen ließ und mit einem der wichtigsten Werke der Musikgeschichte, den Cantigas de Santa Maria, in 400 Liedern und über 1200 Illustrationen den Austausch der Musiktraditionen für die Nachwelt dokumentierte.
Das Ensemble Triphonia für frühe Musik beschäftigt sich in diesem Konzert sowohl mit den Frauen- und Marienliedern des europäischen Mittelalters, wie von Martin Codax (um 1230), aus den Cantigas de Santa Maria (1252-1284), dem Llibre Vermell des Montserrat (um 1399) oder dem Cancionero de Palacio (1465-1505) als auch mit den Kharjas und Muwassahs der arabisch-andalusischen Kultur und dem reichen sephardischen Repertoire der Iberischen Halbinsel.
Instrumentale Begleitungen der Gesänge, ikonographisch vielfältig belegt, werden mit klangfarbenreiches Instrumentarium vom Ensemble Triphonia rekonstruiert und nachempfunden.






