MUSIKALISCHE GESPRÄCHE
EARLY MUSIC DAY 2026
22.03.2026 um 17:00 Uhr
Cohaere Ensemble
Marta Gawlas | Traversflöte
Monika Hartmann | Violoncello
Natalia Olczak | Cembalo
Dieses Konzert ist Teil der EARLY MUSIC DAY 2026-Veranstaltungen, die in ganz Europa stattfinden.

Gaultier & Tessarini
Dieses Konzert lädt zu einem Dialog zwischen zwei gegensätzlichen und zugleich einander ergänzenden Stimmen des Barock ein: der feinsinnigen Eleganz des französischen Komponisten Pierre Gaultier de Marseille und der lebhaften Brillanz des italienischen Komponisten Carlo Tessarini. Im Wechsel zwischen ihren Werken erkunden wir im Konzert den emotionalen und stilistischen Reichtum des Europas des 17. und 18. Jahrhunderts aus heutiger Perspektive.
Pierre Gaultier, Organist und Opernpionier aus Marseille, zählt bis heute zu den faszinierendsten und zugleich meistübersehenen Persönlichkeiten der französischen Barockmusik. Seine Symphonies divisées par suites de tons, 1707 veröffentlicht, zeichnen sich durch poetische Titel, höfische Tanzrhythmen und große Ausdruckstiefe aus. Von der mitreißenden Marche de Barbets bis zum melancholischen, während einer Haftzeit komponierten Prélude – die drei erklingenden Suiten im Konzert sind auch auf dem Debütalbum des Ensembles zu hören, das 2025 bei Ambronay erschienen ist.
Im Kontrast – und doch im Dialog – stehen Miniaturen aus Il piacer delle dame von Carlo Tessarini, einem Geiger und Komponisten des 18. Jahrhunderts, der für seinen temperamentvollen, melodischen Stil bekannt ist. Diese Werke, die auf dem kommenden Album erscheinen werden, verkörpern den italienischen Sinn für Klarheit, Virtuosität und Charme und verleihen dem Klangbild des Abends eine hellere, extrovertiertere Energie.

Als Cohaere Ensemble – Musiker:innen mit einer gemeinsamen künstlerischen Stimme – widmen die Musikerinnen sich der Wiederentdeckung wenig bekannter Repertoires und dem Aufbau einer lebendigen Verbindung zur Vergangenheit. Ihre Arbeit umfasst die Edition originaler Quellen, die Rekonstruktion musikalischer Texte und die Entwicklung historisch informierter Interpretationen, getragen von Neugier, Sensibilität und Zusammenarbeit.

