… and no birds sing

SAISONERÖFFNUNG

Fr. 06.09.2026 um 17:00 Uhr

Eintritt 15€ | 10€ ermäßigt
(Abendkasse und Vorverkauf Online)

Ensemble Arava
Einat Aronstein | Sopran
Sophie Wedell | Barockvioline
Nora Matthies | Barockcello
Avinoam Shalev | Cembalo

mit:
Doron Segal | Live-Elektronik

 

gefördert durch

Ensemble Arava

Der letzte Gesang

„… and no birds sing“ ist eine genreübergreifende Konzertperformance, die sich mit den akustischen Konsequenzen des Artensterbens befasst und diese durch die Verbindung von barocker Ensemblemusik mit Live-Elektronik erlebbar macht.

Immer häufiger erreichen uns Berichte, dass Vogelstimmen von Jahr zu Jahr mehr verstummen, großteils durch menschliches Handeln. Werden wir eines Tages zu einem stillen Frühling erwachen? Gleichzeitig tragen wir dazu bei, dass die Welt immer lauter wird; Stadtvögel konkurrieren mit dem Lärm, indem sie lauter singen als ihre Artgenossen auf dem Land. Was bedeutet uns Stille? Werden wir sie erst wieder schätzen, wenn wir mit unheilvollem Schweigen konfrontiert sind?

Die Idee zu diesem Projekt entstand durch einen Film über den inzwischen ausgestorbenen Vogel O’o, dessen letzter Gesang 1987 auf Hawaii aufgenommen wurde. Während der Balz sang der O’o ein Duett mit dem umworbenen Weibchen. Auf der Aufnahme jedoch herrscht an den Stellen, an denen die Partnerin einstimmen sollte, Stille, denn es ist der letzte Vogel seiner Art, im Dialog mit seinem eigenen Verschwinden.

Die Macauley Library an der Cornell University ist das weltweit größte Archiv von Vogelstimmen. Nicht wenige der seit 1929 aufgezeichneten Tiere sind inzwischen ausgestorben. Es ist also auch Dokument einer großen Tragödie, das uns in Klangräume hineinhören lässt, die unwiederbringlich verloren sind.

Das Ensemble Arava möchte von diesen Aufnahmen Gebrauch machen und in Dialog treten mit Lebewesen, die die Erde nicht mehr bevölkern und solchen, denen wir Menschen den Platz aktuell streitig machen. Mit einem einstündigen Klangerlebnis laden sie zum Reflektieren ein. Live-Elektronik erweckt die Vogelstimmen zu eigenständigem Leben und lässt sie mit der Barockmusik interagieren, Kompositionen und Improvisation wechseln sich ab und hinterfragen unser gegenwärtiges Handeln in der Welt.

Cookie Consent mit Real Cookie Banner